Ich bin ein Fuertehund,
oder die Erinnerung eines kleinen Hundes



Hallo erst mal. Ich heiße Randy und bin 7 Monate alt. Gerne möchte ich die Geschichte meines jungen Hundelebens erzählen. Okay, so alles weiß ich auch nicht ganz genau. Jedenfalls muss ich auf Fuerteventura geboren worden sein und kurz danach, wie ich dort hin kam weiß ich nicht, hat man mich, wie viele andere Hunde in diesem Land, wohl in eine Tötungsstation gesteckt. Nun bin ich wirklich froh, dass ich nicht mehr alles weiß. Jedenfalls war das kein Hundeleben.

Aber jetzt, bevor ihr alle anfangt zu weinen, kommt etwas Erfreuliches. Es gibt nämlich, auch auf Fuerteventura, eine ganz tolle Organisation mit super lieben Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben uns arme Kreaturen aus dieser verflixten und unmenschlichen Lage zu befreien. Auch ich hatte das Glück, wurde befreit und dann begann eigentlich erst mein Welpenleben. Ich kam auf die Finca Lobo, die eigens von der Organisation, die übrigens „Hilfe für Fuerte-Hunde" heißt, unterhalten wird und dort war es wunderschön. Ach ja, die haben ein tolles Logo, welches wir im Anschluss an diese Geschichte nachgestellt haben.

Ich wurde versorgt, bekam Essen und Trinken, ein Tierarzt überprüfte ob ich gesund war und impfte mich auch, damit es mit der Gesundheit auch so bleibt. Auch ganz viele Spielkameraden waren dort, so dass ich mich rundherum wohl fühlte. Eigentlich, so mit dem ganzen Drum und Dran hätte ich mir vorstellen können dort zu bleiben, erwachsen und groß zu werden. Ich bin ganz sicher, die netten Menschen hätten sich gerne bis zum Ende meiner Tage um mich gekümmert. Nun aber weitergedacht. Was ist denn dann mit den ach so vielen anderen großen und kleinen Hunden in der Tötungsstation, die alle darauf warten in die liebevollen Hände der Finca Lobo zu kommen ????

Im Übrigen müsst ihr wissen, dass wir gerne zu netten und kompetenten Hundeliebhabern nach Deutschland kommen. Ihr setzt Euch einfach mit der genannten Organisation in Verbindung und die erklären Euch alles. Jetzt aber wieder zu mir und wie es weiterging. Also, damit auf der Finca Lobo wieder Platz ist für weitere gerettete Hunde ist, versuchen die Mitarbeiter der Finca uns in spanische Pflegefamilien unterzubringen. Das war auch Klasse, dort hatte ich es sehr gut. Die Familie dient sozusagen als Übergangslager und die Mitarbeiter von „Hilfe für Fuerte Hunde„ stellten mich und meine Kumpels aus der Finca in ein Computernetzwerk, Hilfe was ist das denn, jedenfalls soll es Internet heißen. So und dann nehmen die Dinge ihren Lauf. Vorausschicken muss ich, dass die besten Freunde von meinem jetzigen Frauchen und Herrchen mal in diesem komischen Internet gestöbert hatten und auf besagten Seiten gelandet sind und dies meiner neuen Familie mitteilten. Frauchen und Herrchen sahen sich meine Kumpels und mich an, verliebten sich in mich (ich freue mich riesig) und versuchten nun über die Organisation an mich heran zu kommen. Muss wohl geklappt haben !!!

Aber vorher wurden noch ein paar Dinge abgeklärt und eine Mitarbeiterin in Deutschland sah sich erst mal mein zukünftiges Zuhause an. Alles lief gut für mich und da ich ja schon geimpft war, hätte ich schon nach Deutschland gekonnt. Doch wie soll ich zum Flughafen kommen und nimmt die Fluggesellschaft mich überhaupt alleine mit ???? Nee, und was jetzt ???? Tja, es würde ja nicht Organisation heißen wenn nicht alles organisiert wäre. Aber wieder braucht man äußerst liebe Menschen die dabei mitspielen. Man nennt sie Urlauber, die bereit sind auf dem Rückflug der wohlverdienten Ferien uns auf dem Flughafen in Empfang zu nehmen und quasi Flugpaten zu sein.

Ich hatte so tolle Paten, die haben sich rührend um mich gekümmert. Gekümmert deshalb, weil ich noch so klein bin und jetzt lacht nicht, als Handgepäck mit in die Kabine durfte. Meine Paten haben aber noch mehr Gutes getan. Sie haben auch noch einen Kumpel von mir, einen großen Hund, mitgebracht. Der allerdings musste in einer Hundebox in den Frachtraum. Jetzt wisst ihr, warum ich es so gut hatte. Deshalb habe ich mich auch, sagen meine Paten, super benommen. Ich dachte jetzt bloß nicht jammern oder den anderen Gästen mit Bellen auf die Nerven gehen. Aber es war immer eine schützende Hand bei mir, Danke liebe Familie Richter. Mein Kumpel fand es aber in der Box auch nicht schlimm. Er war gar nicht aufgeregt und ich glaube dass er geschlafen hat. Aufregend fand ich schon alles und glaubte eine Weltreise zu machen. Doch auch diese Reise ging mit 20minütiger Verspätung zu Ende.

Angekommen in Deutschland, raus aus meiner Tasche, mit meinen Paten durch die Ankunftshalle gehen und dann noch Kumpel in Box abholen. Als dann alles erledigt war, ja, dann kam der große Moment. Ich denke, der Moment war für mein Frauchen und Herrchen größer als für mich. Das Warten auf Randy hatte ein Ende. Die beiden hatten das Glück in den Augen. Nun, was kam dann? Die Paten übergaben mich und meinen Kumpel an Mitarbeiter der Organisation, die wiederum gaben das eine Ende der Leine an mein Herrchen, ja und am ganz anderen Ende der Leine war ich. Da es in der Ankunftshalle so wuselig und voll war, verabschiedete ich mich von meinen Paten und den Mitarbeitern der Organisation und fuhr mit Frauchen und Herrchen in mein neues „Zuhause“...


Randy


Geschrieben von: H. Schmülling