Sam



Wir schauen auf ein Weihnachtsfest mit gemischten Gefühlen.

Auf der einen Seite ist es das grösste Weihnachtsgeschenk, dass little Pix bei uns ist und nun mit uns erleben darf, was es heißt geliebt, umsorgt zu werden, ihren ersten Schnee erlebt und voller Neugier auf den Baum mit den Kerzen und Kugeln schaut. Auf der anderen Seite sind wir sehr traurig, das unsere Sam nicht mehr bei uns ist, die wir am 28.09.09 über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten. Sie war auch ein Schnauzer-Mix, der fast blind und fast taub im Tierheim in Polen landete. Weggeworfen wie ein alter Schuh mit wenigen Wochen. Keiner dachte an eine Chance für sie, man wollte sie töten. Ich sah sie im Internet und mir war sofort klar, ich möchte der Mensch sein, der ihr die Chance gibt.

Ich ging einen neuen Weg, von dem ich nicht wusste wo er endet. Wir verloren sie nach 22 Wochen, Wochen die einer Berg- und Talbahnfahrt glich. Sie musste Windeln tragen und brauchte eine 24h Betreuung, da sie auch geistig behindert war. Mit ihren 9 Monaten saugte sie an unseren Fingern, sie lernte geradeaus laufen und nicht nur im Kreis, sie konnte mit ihrem eigens gebastelten Blindenstock am Fahrrad laufen und sie lernte Treppen zu laufen. Was hab ich Stunden auf den Treppenstufen verbracht, um ihr begreiflich zu machen, dass man die Hinterbeine nachziehen muss, wenn man mit den Vorderpfötchen nach oben läuft. Sie konnte nicht lange laufen, wir wollten aber unserem Hund Billy und seinen Bedürfnissen gerecht werden, so bekam Sam einen ausrangierten Kinderwagen, wo sie überall mit hin konnte.

Ich hatte grosse Bedenken, ob ich es schaffe einem behinderten Hund (fast blind, taub und geistig behindert) gerecht zu werden. Ich hatte Angst zu versagen. Alle meine Befürchtungen erwiesen sich als falsch. Man kann nichts falsch machen, wenn man sich für einen behinderten Hund entscheidet. Auch diese Tiere hoffen auf Liebe und Geborgenheit und oft ist es der Mensch, der behinderte Tiere zu solchen gemacht hat, sei es durch die Züchterei, oder aber weil man es toll findet einem wehrlosen Hund die Beine zu brechen und er danach nie wieder so laufen wird, wie ein "Normaler". Man wirft ein Leben nicht weg, nur weil es etwas beschädigt ist!!

Sam machte mich zum glücklichsten Menschen, als ich mich eines Tages hinhockte laut ihren Namen rief und sie in meine Richtung, auf mich zu lief und ich sie in meine Arme schloß. Sie erkannte mich, Sam sah auf ihre Weise, ein bisschen mit ihren Augen, aber viel mit dem Herzen.

Ich hätte ihr auch 14 Jahre den Po abgewischt und ihr die Windeln gewechselt, wäre sie doch nur noch bei uns, aber der Hirntumor hat sie uns genommen. Ich bin stolz und froh, dass ich der Mensch sein durfte, der sie ein kleines Stück begleiten und ich ihr das geben konnte, was sie nie haben sollte: Eine Familie die sie liebt, so wie sie ist. Nie mehr sollte sie hungern, Angst haben oder auf dem kalten, nackten Steinboden schlafen.

Sam ist am 28.09.09 von uns gegangen und hat Platz gemacht für einen Hund der ebenso keine Chance haben sollte. Pix wurde am 28.04.09 geboren und wir konnten sie am 28.11.09 am Flughafen endlich in Empfang nehmen. Sam vererbte Pix ihr warmes Plätzchen, ihr Körbchen, ihren Napf und sie vererbte uns die Fähigkeit Pix zu lieben und so anzunehmen, wie wir dieses Jahr im April auch Sam angenommen haben.

Sam ist jetzt ein Engel, der auf uns herab schaut und uns an kalten Tagen Sonnenstrahlen schickt, unsere Herzen erwärmt und unsere Tränen trocknet. Sie hat uns zu Pix geführt und wir sind froh das wir nun drei Hunde lieben dürfen, unseren Billy und Pix im Arm und unsere Sam in unseren Herzen.

Mit diesem Text möchte ich Menschen erreichen, die vielleicht selber ein geliebtes Tier verloren haben und nun Bedenken haben einem anderen Hund ein neues Zuhause zu geben.


V. Siebert



Still, seid leise,
es ist ein kleiner Engel auf der Reise…
Sie sollte nur kurz bei uns sein.
Warum sie ging, weiß Gott allein,
vergessen werden wir nicht, sie war so klein!

Ein Hauch nur bleibt von ihr zurück,
in unseren Herzen ein großes Stück!!!
Sie wird für immer bei uns sein,
vergessen sie nicht, sie ist nicht allein!

Geht nun ein Wind an mildem Tag,
so denken wir, es war ihr Flügelschlag.
Und wenn wir fragen wo mag sie sein,
ein Engel wie sie, ist nie allein!!!

Sie kann jetzt alle Farben sehn,
auf ihren Pfötchen durch die Wolken gehen
und wenn wir sie auch so vermissen,
und weinen, weil sie nicht mehr bei uns ist,
dann denken wir im Himmel wo sie jetzt lebt,
erzählt sie stolz: „ICH WERD GELIEBT!!!

(Autor unbekannt)


In Erinnerung an unsere Sam - Ruhe in Frieden kleiner Engel!
(06. Dezember 2008 – 28. September 2009)